1. Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich – Mehr Innovation durch Kreativschaffende

AUTORIN: Magdalena Theurl

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) initiierte im Frühjahr 2016 in Kooperation mit der Kreativwirtschaft Austria (KAT), der Wirtschaftskammer Österreich und dem Austria Wirtschaftsservice (aws) die erste Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich. winnovation hat den mehrmonatigen Co-Creation-Prozess zur Erstellung der Kreativwirtschaftsstrategie fachlich begleitet. Mehr als 100 Kreativschaffende aus ganz Österreich haben sich im Zuge eines Stakeholder-Workshops beteiligt und lieferten gemeinsam mit Expertinnen und Experten richtungsweisende Ansätze. Am 15. Juni 2016 wurde die Kreativwirtschaftsstrategie von Staatssekretär Harald Mahrer gemeinsam mit WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz in Wien präsentiert. „Der Wettbewerb von morgen wird auf dem Feld der Kreativität entschieden. Bereits heute ist jedes zweite Kreativunternehmen für Innovationen in anderen Wirtschaftsbereichen verantwortlich. Mit der neuen Strategie wollen wir die Pionierrolle der Kreativwirtschaft weiter ausbauen und andere Branchen mit dem positiven Wachstumsspirit anstecken.“, so Harald Mahrer, Staatssekretär im BMWFW.

Für Unternehmen der Kreativwirtschaft ist es eine Selbstverständlichkeit, sich permanent neu zu erfinden: Sie reagieren innovativ und dynamisch auf veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen.

Allerdings kommt die Innovationskraft der Kreativen nicht nur der Kreativwirtschaft selbst zugute: Das Beanspruchen kreativer Leistungen löst positive Crossover-Effekte aus, was für Kundinnen und Kunden aus verschiedenen Branchen (z.B. Gewerbe und Handwerk, Handel, Tourismus) neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnet und zudem zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit beiträgt – etwa wenn es um die Digitalisierung von Leistungen und Marktauftritt, Gestaltung, Design oder Werbung geht. Diese transformative Wirkung kreativer Unternehmen geht weit über die Privatwirtschaft hinaus: 20% der Kreativleistungsnachfrage wird indirekt oder direkt durch die öffentliche Hand ausgelöst.

Österreich hat auf Bundesebene sehr früh die starke Innovations-und Transformationskraft der Kreativwirtschaft und ihren wesentlichen Einfluss auf den Wandel der Gesamtwirtschaft erkannt und möchte diese Funktion der Kreativwirtschaft durch die Kreativwirtschaftsstrategie stärken.

Die Kreativwirtschaftsstrategie besteht aus drei ineinandergreifenden Säulen:

  • Empowerment: Kreativschaffende sollen in ihren unternehmerischen Kompetenzen unterstützt und gefördert werden, um eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Internationalisierung zu erzielen.
  • Transformation: Das Ausschöpfen der transformativen Wirkung der Kreativwirtschaft auf andere Wirtschaftszweige, die öffentliche Verwaltung und die Gesellschaft soll durch vermehrten Anreizen von Crossover-Effekten, sowie durch ein erhöhtes Bewusstsein über das Transformationspotenzial der Kreativwirtschaft erreicht werden.
  • Innovation: verstärkten Zugang zu Innovationsräumen, Wissens- und Vernetzungsformaten, sowie Zugang zu Finanzierung und Kapital soll kreativwirtschaftsbasierte Innovation fördern und in Folge dessen das österreichischen Innovationssystem stärken.

Diese drei Säulen umfassen insgesamt acht Handlungsfelder und 22 Maßnahmen. Hier können Sie die Kreativwirtschafsstrategie downloaden.

                                                        Fotos © Michele Pauty und Katharina Gossow