Create your UNIverse: Was erwarten sich Studierende von der Hochschule der Zukunft?

AUTORIN: MAGDALENA THEURL

Studierende in ganz Österreich wurden aufgefordert, sich bei der Studie „Create your UNIverse“ einzubringen, um ihre Erwartungshaltungen und Wünsche an die Hochschulen der Zukunft mitzuteilen. Das Forschungsprojekt wurde vom österreichischen Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) gemeinsam mit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) initiiert und vom Open Innovation Forschungs- und Beratungsunternehmen winnovation durchgeführt. Ziel war es, die studentische Perspektive in der aktuellen Hochschuldebatte aufzuzeigen und entsprechende Empfehlungen für die österreichischen Hochschulen zu entwickeln. Dafür wurde ein Crowdsourcing gestartet, welches im Zeitraum von November 2016 bis Februar 2017 online war. Für die Datenerhebung wurde nicht wie sonst üblich eine Web-Plattform herangezogen, sondern Postings in bestehenden Social Media Communities und Online-Foren erstellt. Diese experimentelle Herangehensweise ermöglichte den Zugang zu studentischen Communities, wo sich das benötigte Wissen besonders intensiv bündelte.

Insgesamt wurden 2.105 Textbeiträge von 754 Studierenden und AbsolventInnen der österreichischen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen eingereicht und in einem induktiv-deduktiven Mustererkennungsprozess ausgewertet. Die Anzahl an Beiträgen ist im Vergleich zu anderen Crowdsourcings bemerkenswert hoch und stellt einen deutlichen Indikator für die Dringlichkeit neuer Lösungen im Hochschulbereich dar.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich in fünf konkrete Handlungsempfehlungen bündeln: Die Digital Natives wünschen sich, dass die Hochschulen das Potenzial der Digitalisierung besser nutzen, um u.a. den Studierenden eine zeitgemäße Lernumgebung zu bieten und ressourcentechnisch neue Spielräume zu schaffen. Weiters soll die Rolle der Lehrenden weiterentwickelt werden und zwar vom reinen Wissensvermittler zum Lerncoach und Mentor. Außerdem sollen Hochschulen Strukturen und Rahmenbedingungen bieten, um die Vernetzung von Studierenden untereinander, aber auch mit Alumni, Lehrenden und Unternehmen, NGOs sowie dem öffentlichen Sektor unterstützen. Zudem werden interaktive Formate in den Curricula, experimentelle Settings in Lehrveranstaltungen und physische Räume benötig, welche für alle Studierenden offen sind, um eine persönliche und fachliche Weiterentwicklung zu intensivieren. Zu guter Letzt geht es um den Ausbau und die Weiterentwicklung vor allem internationaler, aber auch nationaler Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen Hochschulen, was in einer zunehmend digitalisierten und globalisierten Welt von großer Bedeutung ist.